Gepflegte Langeweile


„Letztlich gewinnt Rutishauser, der Absolvent der Dimitrischule ist und eine Ausbildung als Mime und Clown hat, vom Anfang bis zum Ende der anderthalb Stunden alle Sympathien des Publikums, das ihn nur mit einigen Zugaben ziehen lässt.“
– thurgauer zeitung


“Gepflegte Langeweile” ist das zweite abendfüllende Programm des Kabarettisten Jan Rutishauser und handelt von Neubeginn und den damit verbundenen Herausforderungen.

Wie finde ich den richtigen Anfang? Und das Ende? Und das dazwischen? Wie spricht man eine Frau an? Und wie seinen Friseur? Was tun, wenn der Friseur kein gutes Haar an einem lässt? Sind Misserfolge Fluch oder Segen?

Wie preise ich mich selbst am besten an, ohne mich dabei zu verkaufen? Reichen Fragen für einen guten Pressetext? Braucht man überhaupt einen perfekten Anfang für ein beglückendes Ende? Oder reicht es, einfach mal loszulaufen?

Mögliche Antworten gibt es in „Gepflegte Langeweile“. Ein wilder Ritt durch den Kopf eines Kabarettisten in Form von Geschichten, Gedichten und Liedern.


„Und weil er etwas zu sagen hat, kommen seine Botschaften kurz und knackig daher, verpackt in manchmal zwei, manchmal vier Textzeilen, gerne auch kondensiert in einem einzigen Wort. Seine „defekten Liebeslieder“ oder auch seine Tiergedichte singen im wörtlichen Sinn das Hohelied der Knappheit und präsentieren dem Publikum die Pointe bereits nach wenigen Worten.

Unaufmerksamkeit oder eben Langeweile während der Vorstellung wird mit dem gnadenlosen Verpassen von Pointen sofort bestraft. Denn was Jan Rutishauser auf der Bühne scheinbar locker und ein wenig sprunghaft erzählt, ist in Wahrheit perfekt durchorchestriert. Da kann auch mal ein einzelnes Wort, das sich unscheinbar in einer Liedzeile versteckt, Bezug nehmen auf einen Satz, den er fünf Minuten vorher gesagt hat, und so den Aufmerksamen auf den Rängen ein zusätzliches Lachen schenken. Der Quell seiner Lieder, Gedichte und Texte liegt dabei in seinem eigenen Alltag. Dem als Künstler, als Single, als Mensch, was nicht nur das Programm sondern auch ihn selbst für das Publikum besonders greifbar macht.

Allerdings wird dem Programm nicht gerecht, wer es auf seine Pointen und seine Wortspiele reduziert. Rutishauser legt Wert darauf, Kabarett und eben nicht „nur“ Comedy zu machen, erzählt mit der Geschichte von der Schreibblockade, die ihn monatelang heimsuchte, ihn lähmte und jeder Kreativität beraubte, auch die Geschichte unseres hektischen, leistungsorientierten Alltags.

Sein Programm „Gepflegte Langeweile“ ist ein sehenswertes Stück Kabarettkunst, mit viel Wortwitz und und jenem Schuss Nachdenklichkeit, das dem Humor Bodenhaftung verleiht…“
– ostschweiz am sonntag